Mittwoch, 16. Mai 2012

305m Longline Onsight

Ein Band, so breit wie ein Daumen, so dick wie ein Stück Karton, und so lang, dass man die Enden nicht mehr sieht, wenn man in der Mitte steht.
Longlinen ist soetwas wie die Reinform des Slacklinens. Keine Höhe, keine Tricks, nur pure Schwierigkeit. Schwungmasse des Bandes, Versagensängste, Konzentration, Flow.
300m waren für mich bis vor Kurzem eine unvorstellbare Marke. Eine legendäre Grenze, über die viel geredet wurde. Ich muss zugeben, ich stehe auf diese Art von Dramatik.
Für die 200m habe ich relativ lange gebraucht, erst dieses Jahr gelangen mir zwei Lines in dieser Länge.
Dass die 305m letzten Montag in nur einem Versuch fielen, "onsight", wie wir dazu sagen, war für mich eine echte Überraschung. Man hat auf so einer Line aber auch nicht viele Versuche. Mit jedem Fehlversuch steigen Anspannung und Erschöpfung. Ich hatte ein gutes Gefühl bei meiner Begehung (die ca. 20min dauerte), Spaß an der Schwierigkeit und an der Unsicherheit. Zwei, drei Mal war es recht knapp, doch ich konnte mich wieder beruhigen.
Es war ein großartiger Tag, an den ich mich lange erinnern werde! Es macht Spaß, als Slackline-Allrounder ein wenig in der Liga der Longline-Spezialisten mitzuspielen. Danke an Lukas Irmler, der die Line OS FM contiunous gehen konnte, und an Michi Aschaber, dem ein Teil des Bandes gehört.

Noch ein paar Daten zur Line: Das Band war aus Vectran, 48g pro Meter, ca. 67kN Bruchlast. Die Spannung lag bei etwa 22kN, was bei meinem Körpergewicht etwa 2,6m Durchhang entspricht.

Danke an Adidas, AustriAlpin und slackline.at für die Unterstützung! Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.